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Jul 30

Warnung vor Wirecard Bank

Ich war eigentlich nur auf der Suche nach einer einfachen und schnellen Möglichkeit an eine Prepaid Kreditkarte zu kommen um damit ziemlich kurzfristig und ohne viel Aufwand einen Artikel für knapp unter 100,- Euro in einem Onlinshop zu kaufen.

Nach kurzer Google-Suche stieß ich auf die Internetseite von der Wirecard Bank und deren Werbung für ihre Wirecard MasterCard:

Die Wirecard Bank wirbt auf ihrer Internetseite damit wie einfach und schnell man die Wirecard MasterCard erhält und wie ebenfalls einfach und schnell man diese mit Guthaben aufladen kann. Nach Informationen auf der Internetseite der Wirecard Bank kann man das Guthaben einfach per Banküberweisung vom eigenen Konto und schnell bei jedem teilnehmenden Händler und jeder teilnehmenden Tankstelle aufladen. Besonders der Satz: “Ihre MasterCard-Kartendaten erhalten Sie sofort online.” hatte mich in dem Moment von dem Produkt überzeugt.

Nachdem ich gründlich die AGB studiert habe und mich mit allen erforderlichen Daten registriert habe, der erste Schock. Ich erhalte nicht, wie vorab versprochen, sofort die virtuelle MasterCard um diese schnellstmäglich ein einer der 3 Tankstellen in meiner Nähe mit Guthaben aufzuladen und damit den gewünschten Artikel online bestellen zu können. Erst nach erfolgter Registrierung, wird einem entgegen den AGB mitgeteilt, dass die angeforderte virtuelle MasterCard erst dann aktiviert wird, wenn man eine Überweisung von mindstens 10,- Euro vom eigenen Girokonto aus auf das Wirecard MasterCard-Konto durchführt. Genau ab dem Punkt wird einem klar, dass die Werbung der Wirecard Bank, in der versprochen wird, dass man die Wirecard MasterCard sofort erhält eine glatte Lüge ist.

Mein Fehler war dann, dass ich nach dieser ersten dreisten Werbelüge der Wirecard Bank, statt mir einen anderen Anbieter zu suchen, die Überweisung von 10,- Euro online von meinem Girokonto anwies. Ich hatte ja die Hoffnung, dass die Wirecard Bank ja vielleicht das Geld noch am selben Tag meinem MasterCard Konto gutschreibt. Meine Bank hat auf Nachfrage die Überweisung zumindest nach 1 Stunde durchgeführt, ab dem Zeitpunkt hat die Wirecard Bank also bereits über das Geld verfügt. Ich habe mich also alle paar Stunden regelmäßig auf mywirecard.com eingeloggt um zu überprüfen, ob das Geld schon eingetroffen und meine Wirecard MasterCard aktiviert ist. Am Ende hat es ziemlich genau 70 Stunden gedauert, bis die Wirecard Bank meine Überweisung meinem Wirecard MasterCard Konto gutgeschrieben und mein Konto aktiviert hatte.

Mit der nun aktivierten virtuellen Wirecard MasterCard und einem Ausdruck der benötigten Einzahldaten fuhr ich zu der nächsten mir von der Wirecard Bank genannten Tankstelle um das Konto meiner Wirecard MasterCard mit 100,- Euro aufzuladen. Leider hatte die Bedienung der AVIA-Tankstelle keinerlei Ahnung was eine Wirecard MasterCard überhaupt ist, geschweige denn, wie man diese dort mit Guthaben aufladen könnte und verwies mich an die nächstgrößere AVIA-Tankstelle einige Kilometer weiter. Dort angekommmen war ich froh als die Kassiererin zumindest schon einmal davon gehört hatte, dass man dort Wirecard MasterCard Prepaid-Kreditkarten mit Guthaben befüllen kann und nach einigen Minuten Lektüre diverser Anleitungen und Herumprobierens an ihrem Terminal schaffte sie es schließlich auch Guthaben auf meine Karte zu buchen. Leider war sie dabei etwas zu eifrig und zu schnell, so dass sie statt den gewünschten 100,- Euro (plus Gebühren = 104,- Euro) lediglich 25,- Euro (plus Gebühren = 26,- Euro) buchte. Stornieren würde angeblich nicht funktionieren, aber kein Problem, dachte ich und sagte ihr, sie solle einfach nochmal 26,- Euro und dann 52,- Euro (inkl. Gebühren) buchen, dann kämen wir ja auf die gewünschten 100,- Euro. Gesagt getan tippte sie wieder fleißig auf ihrem Terminal herum. Ein Scannen des Barcodes sei mit dem Gerät nicht möglich, sagte sie, deshalb musste sie die Nummern jedesmal von Hand eingeben. Ein weiteres Mal gelang eine Buchung mit 26,- Euro, aber beim Versuch 52,- Euro auf die Karte zu buchen erhielt sie nur eine Fehlermeldung, weitere Buchungen auf diese Karte seien nicht Möglich. Sie faselte irgendwas von einem Limit, hatte aber so wirklich auch keine Ahnung, warum es nicht funktionierte. Ich bezahlte die 52,- Euro und verlies die Tankstelle mit lediglich 50,- Euro Guthaben auf der Wirecard MasterCard, zuwenig um damit online den gewünschten Artikel zu kaufen. Ich fuhr erst mal nach Hause um mich in meinen Account bei mywirecard.com einzuloggen und dort eventuell zu schauen, warum ich kein weiteres Guthaben auf die Karte buchen konnte.

Zuhause angekommen versuchte ich mich auf mywiredcard.com einzuloggen um mein Wiredcard MasterCard Konto zu checken, aber ich erhielt lediglich die Fehlermeldung:

Ihr Nutzerzugang wurde gesperrt.
Ihr Nutzerzugang wurde aus Sicherheitsgründen deaktiviert.Bitte wenden Sie sich an unser Serviceteam.

Man kann sich vielleicht vorstellen, was ich inzwischen für einen Hals hatte. Erst hatte ich 3 Tage warten müssen bis die (angeblich) sofort verfügbare Wirecard MasterCard aktiviert wurde, dann folgte eine Suche nach einer Tankstelle bei der ich diese Karte wie gewünscht aufladen konnte, dann konnte die Aufladung nicht mal wie gewünscht durchgeführt werden und am Ende wird die bereits mit 59,- Euro aufgeladene Wirecard MasterCard samt meinem Nutzerkonto auf mywirecard.com aus “Sicherheitsgründen” gesperrt.

Ich kontaktierte umgehend den Live-Support der Wirecard Bank, ein kleines Chatfenster öffnete sich und nachdem ich mein Problem endlich komplett geschildert hatte, wurde mir gesagt, dass der Live-Support lediglich für allgemeinen Support zuständig wäre, ich dagegen sollte mich doch am besten an den kostepflichtigen Telefonsupport wenden, wo man mir für nur 0,14 EUR/Min. aus dem dt. Festnetz oder max. 0,42 EUR/Min. aus dem Mobilfunknetz gerne zuhört. Alternativ sollte ich mich an den Emailsupport wenden, was ich in Anbetracht der Gebühren dann vorzog.

Gesagt getan habe ich mein Problem komplett per Email dem Wirecard Bank Support geschickt mit der Bitte sich doch bitte kurzfristig meinem Problem anzunehmen und wenn möglich, mich telefonisch zu kontaktieren. Zu diesem Zweck habe ich meine Festnetz- sowie meine Mobilfunknummer zusätzlich zu allen notwendigen Daten dem Support mitgeteilt.

Aufgrund einer versendeten MDN-Lebestätigung weiß ich, dass meine Email bereits 1 Minute nach Absenden beim Empfänger geöffnet und gelesen wurde, aber weder wurde ich telefonisch oder per Email kontaktiert, noch wurde mein Nutzerzugang bisher wieder freigegeben.

Im Großen und Ganzen fühle ich mich von der Wirecard Bank verarscht und betrogen, alle Werbeversprechen bezüglich der Schnelligkeit und Einfachheit sind in meinen Augen erlogen und entsprechen nicht der Wahrheit. Nirgendwo in den AGB und auf der Internetseite der Wirecard Bank ist vor Registrierung davon zu lesen, dass eine Banküberwesiung notwendig ist um die Wirecard MasterCard zu aktivieren. Am Ende wurde mein Account und die Wirecard MasterCard (angeblich) aus Sicherheitsgründen gesperrt, während der Support auf meine Emails nicht antwortet und Niemand mir den Grund für die Sperrung nennt.

Nachdem ich 24 Stunden keine Antwort auf meine Emails an den Support erhielt, habe ich in den sauren Apfel gebissen und den kostenpflichtigen Support angerufen um endlich zu erfahren, wieso mein Account und meine MasterCard gesperrt wurden und was zum Teufel da überhaupt vorgeht. Der erste Erklärungsversuch der offensichtlich komplett inkompetenten Supportmitarbeiterin der Wirecard Bank war, dass ich mich angeblich doppelt registriert hätte und dies der Grund für die Sperre war. Nachdem ich ihr aber mehrfach und mit Nachdruck klar gemacht hatte, dass dies nicht geschehen war, fand sie den echten Grund für die “sicherheitsbedingte Sperre” meines Accounts und meiner Wirecard MasterCard heraus: Ich habe mehrfach hintereinander versucht Geld auf meine Wirecard Mastercard zu buchen.

Ganz offensichtlich ist es nicht nur absolut verboten (ohne Hinweis in den AGB), mehrfach hintereinander zu versuchen kleinere Geldbeträge von 26 bis 52 Euro bei einem der Partnern (z.B. AVIA-Tankstelle) auf die eigene Wirecard MasterCard buchen zu lassen, die Wirecard Bank nimmt solch ein Verhalten auch so gleich zum Anlass den Kundenaccount und die Mastercard der Kunden in dem Fall sofort aus “sicherheitstechnischen Gründen” zu sperren und hebt diese Sperre auch nicht wieder ohne Weiteres auf. Die Mitarbeiterin des Supports der Wirecard Bank teilte mir mit, dass ich um meinen Account bei der Wirecard Bank und meine Wirecard MasterCard wieder entsperren zu lassen folgende Dokumente einsenden muss:

  • Vorder- und Rückseite meines Personalausweises oder Reisepasses
  • eine Versorgerrechnung (z. b. Wasser-, Strom-, Gas- oder Telefonrechnung,
    nicht älter als zwei Monate)

Diese Dokumente soll ich an eine kostenpflichtige Fax-Nummer senden, worauf diese geprüft werden und das Konto ggf. wieder freigeschaltet wird.

Ich sehe natürlich überhaupt nicht ein, warum ich diese Dokumente der Wirecard Bank schicken soll, schließlich habe ich bei der Registrierung meinen Name, Adresse und Geburtsdatum und meine Handynummer genannt und anschließend eine Überweisung von meiner Bank durchgeführt, welches meine Identität ausreichend bestätigen sollte. Ich werde ganz sicher nicht Kopien meines Personalausweises und schon gar keine private Rechnungen vom RWE oder der Telekom an eine fremde Firma/Bank verschicken, die mit diesem Vertragsverhältnis überhaupt nichts zu tun hat und in meinen Augen gar kein Recht auf diese Daten hat.

Ich habe daraufhin der Mitarbeiterin der Wirecard Bank telefonisch meine fristlose Kündigung mitgeteilt und eine Überweisung meines Guthabens auf mein Girokonto verlangt, da die Wirecard Bank ganz offensichtlich nicht willig ist, den mit mir geschlossenen Vertrag zu erfüllen. Auch dieses ist laut Aussage der Mitarbeiterin der Wirecard Bank nicht möglich, da ich dazu vorab die geforderten Dokumente und zusätzlich eine Kopie eines Kontoauszuges meines Girokontos schicken muss um damit meine Identität zu verifizieren. An dem Punkt ist mir der Kragen geplatzt, ich habe das Gespräch beendet, mich verabschiedet und aufgelegt.

Solch eine Unverschämtheit ist mir bislang von keiner deutschen Firma untergekommen, schon gar nicht hätte ich solch ein Verhalten einem deutschen börsennotierten Bankunternehmen erwartet. Ganz offensichtlich bleibt mir nun nur noch der Rechtsweg offen, um wieder an mein Geld zu kommen.

Dies sind die wohl für Jedermann nachvollziehbaren Gründe, warum ich JEDEN NUR NACHDRÜCKLICH DAVOR WARNEN KANN, EINEN VERTRAG MIT DER WIRECARD BANK ZU SCHLIESSEN.

Ich fühle mich von der Wirecard Bank um mein Geld betrogen und werde eine Meldung an die Zuständige Aufsichtsbehörde, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, sowie an die Verbraucherschutzzentrale und an die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e. V. Frankfurt/Main senden. Desweiteren erwäge ich, Strafanzeige gegen die Wirecard Bank zu erstatten.

Quellen:

Ich mache mir fremde Inhalte, Logos und Grafiken in den Screenshots nicht zu Eigen. Die Abbildung dient lediglich der Dokumentation. Enthaltene Texte, Grafiken und Logos der Screenshots © 2011 WIRECARD BANK AG

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9 Kommentare zu “Warnung vor Wirecard Bank”

  1. 1 Gadderbaumer 2

    Ich habe selber mal eine Prepaid Kreditkarte der Wirecard Bank gehabt. Ich hatte diese Probleme nicht und konnte meine Karte (die Plastikversion) nach erfolgter Registrierung ein ganzes Jahr lang immer wieder aufladen. Auch mehrfach mit kleinen Beträgen.

  2. 2 Puh 392

    @Gadderbaumer
    Ja, ich bezwelfle gar nicht, dass es auch Kunden gibt, die keine schlechten Erfahrungen mit der Wirecard Bank AG gemacht haben, aber ich habe meine Erfahrungen nur so niedergeschrieben, wie ich sie gemacht habe und da muss man mir doch Recht geben, dass das Verhalten der Wirecard Bank mir gegenüber doch wohl in der Art und Weise keinesfalls hinnehmbar ist, oder was meinst du?

  3. 3 Gadderbaumer 2

    Das stimmt natürlich, Patrick. Keine Frage. Im Grunde zeigt sowas mal wieder, das Deutschland immer mehr zur Servicewüste wird.

  4. 4 Michi 1

    Ich mag das ganze “Geschäftsmodell” mal in Frage stellen, denn ich habe für “kritischere” Anwendungen auch so eine Prepaidkarte – und zwar von meiner Bank.

    Die bestellt man dort einfach – die Jahresgebühr kostet 20,- und dafür erhält man dann eine Visa Electron.

    Der Geldtransfer funktioniert übrigens ganz simpel: Man überweist einfach den gewünschten Betrag von seinem Girokonto auf ein weiteres, der Karte zugeordnetes Konto, für das “Aufladen” der Karte fallen keine Gebühren an, das würde deren Nutzung ja völlig unrentabel machen. Aufladelimit 2000,-

    Ich bin bei der Volksbank, aber dies wird Dir mit Sicherheit jede etwas bessere Bank anbieten. Bei der VR-Bank wird sowas im “Bank für junge Leute” – also im Teenagerportfolio vertrieben, aber wenn man nachfragt. kriegt man diese Karten freilich.

    Ich würde für Kreditkarten generell keine speziellen Unternehmen wählen, das macht man alles seriöser und ohne Ärger bei der Hausbank. Dass Prepaid-Kreditkarten dort nicht proaktiv vermarktet werden, ist eh klar, viel Geld verdient ist damit nicht. Aber es funktioniert ganz prima

  5. 5 Sternemaedchen 1

    Das klingt richtig mies :(
    Ich benutze die YunaCard, registrieren dauert zwar auch, bis man die hat (wegen PostIdent), läuft dann aber problemlos, mein Konto wurde einmal wegen meiner Blödheit gesperrt (mehrmals falsches Passwort), der Support war da aber sehr hilfreich und freundlich.
    Aufladen geht ganz einfach per CashTicket, PaySafeCard oder Überweisung.
    Alles in allem kann ich die Yuna sehr empfehlen :)

  6. 6 Chris 3

    Danke für die Warnung (nicht, dass ich die bräuchte, aber dennoch danke)

    @Michi: Ich bin schon bei dem Gedanken raus: Ich soll Geld bezahlen, damit ich Geld bezahlen kann? Fuck off, selbst 3 Wochen Norwegen ging prima mit der EC-Karte.
    Weiteres Ausland: Geld mitnehmen und gut. Ich bin 31 und habe mal KURZ eine Visa gehabt. Was die mir anboten: Mehr Kreditrahmen, kaum Zinsen, kleine Raten, Wohlstand.
    Genau. Und meine Nachname ist Gargamel.

    Es fehlte eigentlich nur das Koks und die Nutten.

    ALLESAMT Kapitalverbrecher,nicht mehr nicht weniger.

  7. 7 wemaflo 1

    Ich nutze auch eine WireCard Mastercard (habe ich mir für Käufe im Android Market zugelegt).
    Ich war auch recht enttäuscht darüber, dass die Aufladung per Überweisung so lange dauerte (bei mir etwas mehr als eine Woche), wobei ich von meiner Bank wusste, dass Buchungen online sofort ausgeführt werden.

    Solche Probleme, wie du sie beschreibst, hatte ich allerdings bisher nicht. Allerdings habe ich auch nie mehrere Einzahlungen hintereinander getätigt.
    Man sollte also davon absehen, größere Beträge auf die Karte zu laden, um im Falle einer Sperrung nicht zu viel Geld zu verlieren…

    Ich wollte eh demnächst eine echte MasterCard beantragen, dann kann ich auch gleich kündigen.

  8. 8 Captain 1

    Schöner Artikel. Jetzt würde mich allerdings interessieren wie es letztendlich ausgegangen ist?

    Und es wäre wohl auch interessant wie hoch der Betrag in etwa war um zu sehen, für welche Beträge die schon so einen Zirkus machen.

  9. 9 Puh 392

    @Captain

    Steht doch im Beitrag. Ich hatte am Ende 62,- Euro bezahlt und 60,- Euro auf meinem Wirecard-Konto, also wirklich nur Peanuts.

    Wirecard hat irgendwann (wahrscheinlich durch entsprechenden Druck von Außen) eingesehen, dass sie einen Fehler gemacht haben, das Konto gelöscht und mir mein Geld wieder zurück auf mein Bankkonto überwiesen.

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