Jetzt soll jeder vom Staat eine kostenlose (D)E-Mailadresse erhalten, welche die Kommunikation mit den Behörden vereinfachen soll. Im Ansatz eine gute Idee, aber schauen wir uns das doch mal näher an.
Jeder kann einen De-Account, welcher zur Nutzung des De-Dienstes und zum Versenden und Empfangen von De-Mails notwendig ist registrieren und muss dann nur noch zur einmaligen Identifizierung T-Punkt, Postdienststelle, Bankschalter oder Fahrkartenschalter aufsuchen. Prima gelöst, finde ich. Bis darauf, dass man private Unternehmen einspannt. In dem Zusammenhang sei mal die Wörter Datenschutz, Telekom und Kundendaten in den Raum geworfen. Eigentlich eine Unmöglichkeit, nach dem, was in letzter Zeit geschehen ist, auch nur daran zu denken die Telekom in irgendeiner Weise im Zusammenhang mit einer hoheitlichen Aufgabe und wichtigen Bürgerdaten in Zusammenhang zu bringen.
Als wäre das nicht schon schlimm genug. Eine De-Mail-Adresse ist wie folgt aufgebaut:
“Vorname(n).Nachname[.Nummer]@Diensteanbieter.zertIT.de” also beispielsweise “Lieschen.Mueller.2127@web.zertIT.de” oder
“Hans-Rudolph-Christian.von-Wiesenhoff-Waldstaetter@gmx.zertIT.de”
Nicht nur, dass man eine saublöde Domain wie “zertit” statt irgendwas nahe liegendes wie “dmail” oder von mir aus “de-mail” (oder gar eine der zig ungenutzten 2-stelligen Domains) nutzen will, dann wird dem ganzen auch noch ein Diensteanbieter vorangesetzt. Im Beispiel wurden web (Web.de) und gmx (gmx.de) genannt. Was das jetzt genau soll, ob es noch weitere Diensteanbieter geben wird und warum man das überhaupt dermaßen kompliziert machen will, wird meines Erachtens nicht deutlich.
Ehrlich gesagt, nachdem ich las, dass das Telekom Tochterunternehmen T-Systems an dem Projekt beteiligt ist und ich den Aufbau der Mailadresse gesehen hatte, hatte ich schon den Papp auf und absolut keine Lust mehr mich weiter mit dem Thema zu beschäftigen. Wenn es Dich interessiert, kannst Du den Artikel bei golem lesen oder dir die Projektunterlagen der Bundesregierung herunterladen.
Nur noch soviel, ich bin mir sicher, dass dieses, scheinbar von totalen Idioten geplante Projekt schon in der Projektphase mehrere Millionen Euro verschlingen und zusätzlich später zig Millionen an zusätzlichen laufenden Kosten verursachen wird. Das Geld wird zum größten Teil der Telekom in den Rachen geschmissen werden. Ob dadurch ein wirklicher Mehrnutzen oder gar Vorteile für die Bürger entstehen, wage ich an dieser Stelle stark zu bezweifeln. An Datenschutz scheint nicht wirklich jemand gedacht zu haben als er die Telekom mit ins Boot holte, es liest sich alles wie ein schlechter Witz! Bin wohl auch nicht der Einzige, der das etwas skeptisch sieht.
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naja, das post-ident-verfahren gibt es ja schon etwas länger als diese datenschluderei en vogue ist. sind nachwehen der zeit als dort bei der post alle verbeamtet waren. funktioniert eigentlich ganz gut, ob das allerdings noch zeitgemäß ist, darüber darf aber auch gern mal nachgedacht werden…
bürokratenpack elendes!….
komplizierte namensgebung
mir kommen da ganz andere gedanken. wenn das von staatlicher seite ausgeht dass jeder da eine verifizierte zuordnenbare adresse bekommen soll, dann wird es wohl auch nicht mehr lange dauern bis für alle möglichen sachen, und zwar nicht nur hoheitliche, die verwendung dieser adresse vorgeschrieben wird oder einfach vom dienstanbieter verlangt, damit es funktioniert… wie praktisch, damit kommen die alle gleich noch an allerlei angaben um gesammelte infos auch wirklich verifiziert zu personalisieren. und wenn da jetzt der staat irgendwo eine bridge beim provider in der leitung hätte und somit zugriff auf alle so übermittelten sachen hätte würde mich das auch nicht mehr überraschen. wann wird die erstellung so einer adresse pflicht, wie biometrie im personalausweis?
Als ich die Überschrift laß, dachte ich zuerst an eine E-Mail für ein lebenlang der Deutschen Post. Und was daraus geworden ist, weiß man ja.
Zum Inhalt des Betrags nur soviel. Je wichtiger, desto weniger E-Mail. Eher schicke ich die Sachen mit ner Brieftaube.
Trau keinem, der nicht bereit ist für das Vertrauen, das man ihm entgegenbringt zu sterben.