Die SPD Hessen hat Strafanzeige wegen “Veröffentlichung und Verbreitung von unerlaubten Gesprächsmitschnitten” gegen den niedersächsischen Privatsender radio ffn und gegen ‘Unbekannt’ gestellt.
Es geht um einen Anruf eines Stimmenimitators von radio ffn, der sich am Telefon gegenüber Frau Ypsilanti als der designierte SPD-Chef Franz Müntefering ausgegeben hatte. Frau Ypsilanti ist auf diesen Scherzananruf hereingefallen und irgendwie ist dieser Mitschnitt trotz untersagter Veröffentlichung seitens der SPD massenweise bei YouTube aufgetaucht. radio-ffn hat inzwischen YouTube über einen Anwalt auffordern lassen, den Mitschnitt zu löschen., mit Erfolg gekrönt ist das ganze aber nicht.
Auch wenn das Gesetz offenbar dies als Straftat ahndet so ist meine persönliche Meinung eine Andere. Ich finde, was Mitarbeiter in ihrer Arbeitszeit treiben, geht die ganze Firma an.
Wir sind der Staat und die Politiker, die von uns bezahlten, für uns arbeitenden ‘Angestellten’ (zumindest so in der Theorie).
Wenn diese, unsere Angestellten was zu verbergen haben, dann dürfen wir das sicherlich publik machen. Ich achte das Recht auf Privatsphäre auch von Politikern, solange es um private Belange geht, das Gespräch von Frau Ypsilanti fiel aber ganz sicher nicht in ihre Privatzeit, sondern in der von uns bezahlten Arbeitszeit und Alles was sie in der Zeit tut, sagt, oder niederschreibt ist Eigentum des Deutschen Volkes.
Solange Frau Ypsilanti sich nichts vorzuwerfen hat, dürfte sie sicher auch Nichts gegen den veröffentlichten Telefonmitschnitt haben.
[via heise]
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Schwieriges Thema. Ich teile Deine Meinung nicht ganz.
1. Frau ypsilanti ist definitiv getäuscht worden, die Methode hat mit Journalismus nix zu tun. Solche Telefonstreiche werden ja von vielen Radiosendern gemacht und ich finde das auch immer wieder erfrischend. Aber, widerspricht der auf einen Streich Reingelegte der Veröffentlichung, so ist das zu respektieren. Für mich gilt das für jeden Menschen, ob nun im öffentlichen Amt oder nicht. Sollten tatsächlich brisante und für die Öffentlichkeit relevante Informationen ausgeplaudert worden sein, gibt es seriösere Möglichkeiten diese öffentlich zu machen.
2. Es muss Fachleuten (in diesem Fall Politiker, in anderen Fällen z. B. Architekt und Fachplaner) möglich sein, im geschützten und vertraulichen Rahmen ohne Beisein des Auftraggebers (in diesem Fall wir Bürger, im o. g. anderen Fall z. B. dem Bauherr) Fachgespräche / -diskussionen zu führen.
Würde im Beispiel des Architekten der Bauherr jede Fachdiskussion mitbekommen, wäre in den meisten der Bauherr so verunsichert, das eine zielführende Zusammenarbeit nicht mehr möglich wäre.
und
3. Das Argument “Solange Frau Ypsilanti sich nichts vorzuwerfen hat, dürfte sie sicher auch Nichts gegen den veröffentlichten Telefonmitschnitt haben.” geht gar nicht. Dazu fällt mir nur ein: Bist Du für die Vorratsdatenspeicherung und Onlineüberwachung? Ich habe mir auch nichts vorzuwerfen und möchte trotzdem nicht so hinters Licht geführt werden.
nunja, leider ist es ja fast immer so, dass man ohne solche “Streiche” gar nicht an Informationen kommt, die auch der Wahrheit entsprechen, schon gar nicht in der Politik… die sagen auf Pressekonferenzen, etc. … das eine, machen danach aber das andere. Was soll man da noch denken, da frag ich mich, wer denn hier der Getäuschte ist ^^
da möchte ich doch diltigug voll und ganz zustimmen, so ziemlich genau so sehe ich das auch, hätte es aber nicht so gelungen ausdrücken können. ist nun mal so, netter gag, aber kein enthüllungsjournalismus. dass darauf mit strafantrag reagiert wird kling auf anhieb erst mal heftig, aber wenn man mal drüber nachdenkt, was bleibt denn anderes? einfach so stehenlassen und als spaß akzeptieren? dann dauert es nicht lang bis alle auf den zug aufspringen und es nur noch von solchen anrufen wimmelt, damit würde sich das schnell zu einer ernsthaften störung entwickeln. man darf bei dem ganzen ja auch nicht vergessen, dass das ganz gezielt zur erheiterung der höhrer auf kosten der angerufenen ausgelegt ist und damit eigentlich nur als gezielte verunglimpfung bezeichnet werden kann, gegen die sich die betroffenen schier gar nicht wehren können. der anrufer muss ja nur als stimmimitator hinreichend gut sein.
ist zwar schade, weil das hätte echt lustig werden können, aber dagegen muss schon vorgegangen werden können. man male sich nur aus wie das sonst vielleicht von politischen kontrahenten im wahlkampf missbraucht wird…
Wie man auf diesem Screenshot sehr schön sehen kann

kann wohl weder radio-ffn oder deren Anwälten oder gar Frau Ypsilanti, der SPD oder deren Anwälten und schon gar nicht YouTube wirklich viel daran gelegen sein, dass Video von YouTube zu verbannen. Das älteste dort vorhandene Video ist nun schon seit 5 Tagen online und wenn es irgendwem wirklich ernst damit wäre, dieses Video dort verschwinden zu lassen dann wäre schon längst eine Einstweilige Verfügung bei YouTube eingegangen.
Ist das ganze evtl. ein abgekarteter Werbefeldzug? Was tut man nicht alles um in die Presse zu kommen!