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Aug 02

Auszüge aus Polizeiberichten

  • Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, dass er unersetzliche Exponate
    der Museumssammlungen zerschlagen hat, wie in der Vitrine
    ausgestellten Bilder, verglaste Gobelins, den Unterkiefer des
    Nachtwächters usw.
  • Seit zehn Jahren wohne ich in M., wo ich in einer Metzgerei als
    Gehilfe zum Ausweiden, Zerteilen und Bedienen der Kunden tätig bin.
  • Am Tatort sichteten wir den Förster, zwei Arbeiterinnen, zwei
    Wacholdersträucher und anderes Blattwerk, wie in der Skizze
    festgehalten.
  • Bei ihrer Rückkehr aus der Kantine an ihrer Arbeitsstelle hat Regina
    P. zufällig gefrorenes Wasser angetroffen, auf dem sie ausrutschte
    und sich am Knie verletzte.
  • Die weiteren Ermittlungen erbrachten, dass die Genannte außerdem
    mittels einer Eidechse das Bein des Mitarbeiters Josef P. beschädigte.
  • Nach einer Überportion Alkohol kann es ihn nicht überraschen, wenn er
    am Morgen auf der Kegelbahn tot aufwacht.
  • Der Direktor wird weiterhin beschuldigt, die Sekretärin Ulrike D. so
    unvorsichtig behandelt zu haben, dass sie in andere Umstände kam.
  • Auf die erstattete Anzeige hin wurde der Hauptwachtmeister mit der
    Untersuchung der Unfallstelle beauftragt. Er stellte fest, dass die
    Baugrube zwar nicht beleuchtet, jedoch mit einer Warntafel “Vorsicht,
    Gefahr!” beschildert war. Die gut sichtbar angebrachte Tafel konnte
    man auch bei Dämmerung aus einer Entfernung von ca. 60cm sehen.
    Natürlich muss der Lesende aufpassen, dass er nicht hinfiel.
  • In der Nacht vom 24. auf den 25.6.75 entwendete ein unbekannter Täter
    von meinem Grundstück zwei Hühner, von denen eines ein Hahn war.
  • Wie uns gemeldet wurde, lief die Ehefrau mit der Wäsche ihres Mannes,
    den Federbetten und dem Geliebten weg. Der Wert dieser Dinge beträgt
    ca. 520,- DM.
  • Der Täter entwendete im Schlachthof größere Mengen Stierhoden, mit
    der Absicht, diese für sich zu nutzen.
  • Als Das Fahrrad nach dem Sturz von der Brücke untergegangen war,
    zeugten aufsteigende Blasen davon, dass die Reifen schadhaft waren.
  • Ullrich H. störte den Verkehr dadurch, dass er auf den Knien vom Park
    auf die Fahrbahn kroch, wo er nach dem Regen die verirrten
    Regenwürmer einsammelte.
  • Der Hund des Beschuldigten zerriß unwiderruflich das Entlein.
    Sofortige Wiederbelebungsversuche mit Hilfe von Nesseln, Wasser,
    Schrot, Flügel- und Kopfmassage blieben erfolglos.
  • Wenn Marius P. morgens betrunken nach Hause kommt, so zieht er sich
    im Treppenhaus aus und gibt ähnliche Laute wie eine Kuckucksuhr von
    sich. Damit stört er die Ruhe und die richtige Uhrzeit im Haus.
  • Den Scheidungsantrag ziehe ich nicht zurück, da mein Mann kein Gefühl
    hat, hauptsächlich in der rechten Hand.
  • Nach Erscheinen des Polizeiwachtmeisters K. wurde Franz B. von diesem
    aufgefordert, sein anstößiges Benehmen zu unterlassen, was er mit den
    Worten ablehnte, er solle ihn am Arsch lecken. Als das dann
    passierte, wurde Franz B. festgenommen. Zeugen liegen bei.
  • Die alarmierte Feuerwehr hat an Ort und Stelle festgestellt, dass es
    bei dem Feuer, das bei einer Temperatur von 18 Grad C. verlief, zur
    vollkommenen Verbrennung des Schobers kam.
  • Die Befragte ist trotz ihrer 88 Jahre sehr rege, wenn sie
    gleichzeitig auf dem Balkon sitzen, ein Buch lesen, eine Mütze für
    das Enkelkind stricken, die Vögel füttern und außerdem noch Gespräche
    vom Nachbarbalkon verfolgen kann, wo man sich abfällig über sie
    äußert.
  • Der Angeklagte Konrad F. unterhielt mit mir bis zum 7. Monat einen
    intimen Kontakt und fuhr dann zu einer anderen Arbeitsstelle.
  • Oft leidet Paul an Geisteskrankheit. Von Zeit zu Zeit hängt er sich
    auf. Wenn aber längere Zeit niemand kommt, dann schneidet er sich
    wieder ab.
  • Der Angeklagte hat dem Kläger im Restaurant “Zur Jungfrau” mit der
    Faust so ins Gesicht geschlagen, dass dieser eine Quetschung der
    Lenden erlitt.
  • Wie man hört, ist die Genannte ausgezogen. Sie war eine gewisse Zeit
    in Bad H. wo sie als eine Leiche galt.
  • Nach dem Aufschließen mit dem Dietrich habe ich den Ladeninhaber
    deswegen zusammengeschlagen, weil er mich durch ungebührliche
    Bemerkungen und Herbeirufen der Polizei bei meiner Arbeit störte.
  • Unkosten verursachen unsere Polizeihunde nicht, denn sie ernähren
    sich von Verbrechern.
  • Polizeiwachtmeister Robert K. gibt zu Protokoll: Bei meinem
    nächtlichen Rundgang durch die Parkanlagen hörte ich verdächtige, mir
    bekannte Geräusche. Auf meine manierliche Frage “Bumst hier einer?”
    erscholl die ungebührliche Antwort: “Nein, du Dussel, zwei”, worauf
    ich zur Verhaftung schritt.”
  • Bei der Untersuchung am Tatort wurde festgestellt, dass der Täter aus
    der einbruchssicheren Kasse eine nicht festzustellende Menge von 2-
    und 5-Mark Stücken entwendete. Gesamtwert 270,-DM.
  • Der Postbeamte, Herr Herbert T. zwang mich zu der Anzeige wegen
    Tierquälerei, da er über eine Stunde auf unserem Apfelbaum saß und
    dadurch unsere Dogge aufs Äußerste erregte. Zum Schluß stieß er
    übrigens auch noch gegen meine Person wüste Beschimpfungen aus.
  • Wie zu Protokoll gegeben, wurden die vier Jugendlichen in einem
    unbeleuchteten Gässchen von einer unbekannten älteren Frau
    angehalten, die über ihre kleine Rente jammerte und um einen Betrag
    für alkoholische Getränke bat. Da die vier Jugendlichen den Betrag
    nicht aufbringen konnten, wurden sie von der Unbekannten angegriffen
    und brutal zusammengeschlagen. Nach der Frau wird gefahndet.
  • Die Mordkommission schließt nicht aus, dass die bei Hannover
    gefundenen Teile eines menschlichen Körpers zu einer Leiche gehören.
  • Nach ambulanter Behandlung konnte der junge Mann seinen Finger wieder
    mit nach Hause nehmen.
  • Dem Fahrer Willi G. wurde eine Blutprobe abgenommen sowie die
    Verständigung der Hinterbliebenen.
  • Da packte Otto N. eine 40 cm hohe und 4kg schwere Mamorstatue und
    schlug auf den Schlafenden ein, bis er aufwachte.
  • Von der Baustelle am Steinbruch wurden wieder einige Absperrlampen
    gestohlen. Bei der Suche nach den Dieben tappt die Polizei im Dunkeln.
  • Mein Mann ist sehr heimtückisch. Hohes Gericht, was mehrere Zeugen
    beschwören können, weil er mir immer dann die Zunge herausstreckte,
    wenn ich meine Brille putzte.
  • Bei unseren Gesprächen haben wir die Genitalbereiche nur ganz kurz
    berührt.
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7 Kommentare zu “Auszüge aus Polizeiberichten”

  1. 1 chrk 3

    Die sind ja wohl historisch.

    Aber auch aktuellere sind nicht viel schlechter, und die stammt auch noch von einer Pressestelle:

    Am heutigen Nachmittag (23. Juli) ist in Köln-Bayenthal gegen 16 Uhr ein Autofahrer (70) mit seinem Wagen durch die Scheibe eines Getränkemarkts gefahren. Dabei hat er unbeabsichtigt eine Frau (38) auf die Motorhaube aufgeladen und durch die Scheibe des Marktes geschoben.

    [http://www1.polizei-nrw.de/presseportal/behoerden/koeln/article/meldung-080723-175742-62-858.html]

  2. 2 Puh 390

    Die sind ja wohl historisch.

    Ja, aber alt muss ja nicht unbedingt bedeuten, dass sie schlecht sind, oder?

    Aber wo bei deinem genannten Beispiel nun der Witz steckt, will sich mir nicht so recht klar werden.

  3. 3 tripleArated 103

    da hat chrk wohl übersehen dass es bei dieser art vom meldungen nicht um die groteskizität (gibt es dieses wort? wenn ja: hurrrra! :biggrin: ) der ereignisses selbst geht sondern um den hirnriss im bericht darüber….

  4. 4 chrk 3

    Hallo Ihr zwei,
    ich wollte gar nicht bestreiten, dass sie gut sind, nur unterstreichen, dass die literarische/journalistische Qualität des durchschnittlichen deutschen Beamten nicht wesentlich zugenommen hat. Deshalb habe ich auch auf die “Pressestelle” hingewiesen, man sollte annehmen, dass man in dort im Schreiben ein Bißchen geschult wird. – Eben um den Hirnriss in der Formulierung ging es mir, tripleArated.

    Wo steckt jetzt der Witz in meinem Beispiel?

    Dabei hat er unbeabsichtigt eine Frau …

    — Wie absichtlich ist er denn wohl überhaupt in die Scheibe gefahren?

    Der größte Brüller ist, dass der Kölner Stadtanzeiger diese Pressemeldung ungeändert übernommen hat, und Leute, die “Journalist” als Berufsbezeichnung führen, sollten eigentlich schreiben und lesen können.

  5. 5 tripleArated 103

    …die “Journalist” als Berufsbezeichnung führen, sollten eigentlich schreiben und lesen können.

    …das scheint bezweifelt werden zu dürfen :wink: , siehe puhs beitrag zum thema “welttraumbehörde”

  6. 6 Puh 390

    Wie absichtlich ist er denn wohl überhaupt in die Scheibe gefahren?

    @chrk
    Ja genau, das will uns der Beamte damit sagen, eben dass der Fahrer eben nicht vorsätzlich handelte, sondern vielmehr dass es sich hierbei um eine (unter Alkoholeinfluss) unbeabsichtigte, wenn auch, bedingt durch den Alkohol, fahrlässige Körperverletzung gehandelt hat.

    Ich finde an der Tatsache, dass ein 70jähriger Mann unter Alkoholeinfluss eine Frau derart verletzt, dass sie ins Krankenhaus muss, finde ich rein gar nichts witzig und auch an der Formulierung des Beamten ist nichts witziges und auch nichts zu beanstanden. Du scheinst einen eigenartigen Humor zu besitzen.

  7. 7 chrk 3

    Den eigenartigen Humor mag ich nicht bestreiten. Aber in diesem Fall bezieht sich das tatsächlich ausschließlich auf die sprachliche Schieflage.

    Wenn ich von einem Unfallhergang lese, gehe ich erst mal von – eben – einem Unfall aus, und da ist an sich nichts Absichtliches bei. Wenn aber der Beamte zwei unmittelbare Folgen dieses Unfalls in zwei aufeinanderfolgenden Sätzen beschreibt und die Unabsichtlichkeit der einen Folge hervorhebt (Frau verletzt), deutet er – unbeabsichtigt – auf die Möglichkeit der Absicht der anderen (Auto in Scheibe) hin, indem er an dieser Stelle eine Lücke lässt. Dadurch entsteht nach meinem Sprachgefühl erst mal der Eindruck einer Gegenüberstellung, der sich erst beim Weiterlesen auflöst, wenn die Unabsichtlichkeit des gesamten Geschehens (Verwechseln der Gänge beim Automatikgetriebe) zur Sprache kommt.

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